Dienstag, 8. Juli 2014

WM 2014: Spieltag vom 8. Juli (Halbfinale)

Die letzten Spiele stehen an. Heute ein Klassiker, der gar kein Klassiker ist: Deutschland gegen Brasilien. Denn die beiden Mannschaften haben bisher einmal bei einer WM gegeneinander gespielt, nämlich 2002 im Finale. Die Deutschen wollten zeigen, dass auch ein Sieg über Brasilien auf nicht-deutschem Boden möglich ist. Doch der Gastgeber wollte den Ausfall von Neymar nicht auf sich sitzen lassen und trotzdem Gas geben. Jetzt ging es um alles oder nichts.

Halbfinale 1: Brasilien - Deutschland 1:7 (unfassbar!)
Brasilien erwischte dabei den besseren Start, hatte bereits in der dritten und fünften Minute die ersten beiden Chancen. Doch beim ersten Mal ging der Ball von Marcelo vorbei; beim zweiten Versuch fing Neuer die Hereingabe ab. Doch auch Deutschland bekam in der achten Minute, als Khedria beim Fernschuss Toni Kroos traf. Und bereits in den Anfangsminuten war erkennbar, dass sich hier zwei Teams auf Augenhöhe begegneten. Und dann brach die elfte Minute an. Kroos mit dem Eckball nach innen, Müller nimmt das Ding volley und ballert das Ding in die Maschen. Deutschland führte gegen den Gastgeber. Die Antwort von Brasilien war allerdings weniger ein Torversuch, als viel mehr kleinere Fouls um das Aufbauspiel zu verhindern. Pech für den Gastgeber, dass dieses Mal ein Schiedsrichter pfiff, der dies ahndete. Dann ein Aufreger in der 17. Minute, als Marcelo einen Elfmeter forderte, Lahm aber sauber klärte und es zu einem kleinen Tumult kam. Doch der Schiedsrichter sprach nur ermahnende Worte. Und dann wurden die Geschichtsbücher neu geschrieben: 23. Minute, Miroslav Klose, 16 Tore! Deutschland erhöhte auf 2:0. Brasilien konsterniert und geschockt. Die Antwort von Brasilien blieb aus. Stattdessen setzte Toni Kroos mit einem Schuss an der Strafraumgrenze nach und erzielte das 3:0. Brasilien völlig von der Rolle. Da passte jetzt gar nichts mehr zusammen. Der Gastgeber völlig überfordert mit einer deutschen Mannschaft, die Weltmeister werden will. Und dann drohte das Debakel: Kaum war der Wiederanpfiff erfolgt, spielte Kroos auf Khedira, der wieder zurück und Kroos mit dem 4:0. Brasilien nur die ersten fünf Minuten auf Augenhöhe. Danach brach die Mannschaft auseinander. Wer hat noch nicht, wer will noch mal? 29. Minute, Khedira, 5:0. Wie sollte Brasilien das noch aufholen? Ja, Schweden hatte damals den Ausgleich gegen Deutschland geschafft. Doch hier ist kein Ibrahimovic auf dem Platz, kein Messi, kein Ronaldo, kein Neymar. Bisher war kein Spieler zu sehen, der auch nur annähernd in der Lage wäre auch nur den Ehrentreffer zu erzielen. Und was machte eigentlich Deutschland? Die drängten auf das nächste Tor. Nach mehr als einer halben Stunde Kroos mit einem Fernschuss, der nur knapp zur Ecke abgefälscht wird. Bei Brasilien ging überhaupt nichts mehr. Fast alle Spieler des Gastgebers nun im eigenen Strafraum um das Debakel möglichst gering zu halten. Und der Blick in die Gesicher der brasilianischen Spieler war eindeutig: Hoffnungslosigkeit, Resignation. Deutschland mit gefühlten 100% Ballbesitz. Brasilien schien nur noch den Ball zu haben, wenn sie ihn aus den eigenen Reihen irgendwie wegschlägt. Und wenn sie dann doch mal den Ball im Mittelfeld hatten, dann folgte auch umgehend der Ballverlust. Entweder durch einen Fehlpass oder durch den Angriff eines deutschen Spielers. Und dann pfiff der Schiedsrichter zur Halbzeit. Eine kleine Erlösung für Brasilien. Unterschiedlicher hätten die beiden Mannschaften auf dem Platz nicht sein können. Auf der einen Seite der Gastgeber, bei dem gar nichts zusammenpasste. Auf der anderen Seite EINE deutsche MANNSCHAFT. Ein Team, das kämpft und sich in einen Rausch gespielt hat. Nun gilt es diesen Schwung mitzunehmen.
Zur zweiten Hälfte brachte dann Löw Mertesacker für Hummels, der für das Finale geschont wird. Und dann hatte plötzlich Brasilien doch eine Chance. Doch Neuer klärte im letzten Moment vor Oscar. Wenige Minuten später hatte dann Paulinho das brasilianische Tor auf dem Fuß, doch erneut war Neuer zur Stelle. Nach fast einer Stunde verabschiedete sich dann Rekordtorschütze Klose und machte Platz für Schürrle. Kurze Zeit später wollte es Müller noch mal wissen und nahm den Brasilianern im eigenen Strafraum den Ball ab, scheiterte aber am Torhüter. Die nachfolgende Ecke führte über mehrere Stationen erneut zu einer Chance für Müller. Doch erneut war Caesar zur Stelle. Der Junge hat wohl doch den Goldenen Schuh für den besten Torjäger im Blickfeld. Unschöne Szene dann nach 65. Minuten, als Paulinho Höwedes von den Beinen holt, ohne dass der Ball eine Rolle gespielt hätte. Ebenso keine schöne Aktion, dass in Fred die Zuschauer den Schuldigen gefunden haben und ihn fortan mit Hass- und Schmähgesängen, sowie Pfiffen bombardierten. Ach ja, Fußball wurde auch noch gespielt: Nach fast 70 Minuten spielte Lahm auf Schürrle, der das halbe Duzent voll machte. Ab und zu gab es dann immer wieder zaghafte Versuche der Brasilianer, doch zu harmlos, um Neuer in Bedrängnis zu bringen. Dann folgte nach 75 Minuten der nächste taktische Wechsel, als Draxler sein Debüt feierte und für Khedira eingewechselt wurde. Kurz darauf machte sich der Frust bei David Luiz bemerkbar, der dies gleich an Müller ausließ. Doch die Gemüter beruhigten sich schnell. Apropos: In der 79. Minute wollte Schürrle dann doch noch mal ein Tor machen - 7:0. Der Ehrentreffer sollte den Brasilianern dann doch nicht verwehrt bleiben: Oscar in der 90+1. Minute mit dem 7:1. 
Und dann war das Spiel zu Ende. Deutschland demontiert den Gastgeber. Eine Mannschaft, die heute nie in der Lage war gegen die Truppe von Löw zu gewinnen. Sicherlich fehlte Neymar, sicherlich fehlte Thiago Silva. Doch so wenig, wie hier zusammen lief, hat das Kollektiv einfach versagt. Es hat gar nichts zusammengepasst. Man kann nun das Spiel auseinander nehmen. Muss man aber nicht. Das Ergebnis spricht schließlich für sich.
Und auf der anderen Seite? Hat Löw genau das gemacht, was ein Trainer machen muss: Eine Mannschaft formen, die den WM-Titel gewinnen möchte. Nein, gewinnen kann. Deutschland hat vermutlich nicht die Superstars wie Messi, Ronaldo, Neymar und Co. Aber Deutschland hat eine Mannschaft. Die sowohl nach hinten sicher stand. Und hierfür war es auch wichtig, dass Philipp Lahm wieder als Rechtsverteidiger auflief - einfach bärenstark auf dieser Position. Doch auch Manuel Neuer, der beste Torhüter des Turnieres, ist Rückhalt. Aber auch nach vorne hin effektiv war. Eine Mischung, aus Effizienz, Hurrafußball, Kollektivleistung - kurzum: Einer Weltmeistermannschaft. Wichtig ist jetzt nur den Kopf klar zu bekommen und das Ding nach Hause fahren. Nach dieser Leistung ist Deutschland der Topfavorit - egal wer das zweite Halbfinale gewinnt. Hut ab, Respekt. Vor dieser Leistung kann man sich nur verneigen. Danke, Jungs! Danke für diese Stunde der Fußballgeschichte!

Montag, 7. Juli 2014

Beckovic mit erstem Grand Slam-Titel

Als Novak Djokovic verkündete, dass Boris Becker sein neuer Trainer wird, war das Echo in den Medien groß. Viele sahen diese Kombination bereits im Voraus als zum Scheitern verurteilt. Was könne Becker dem "Djoker" schon beibringen? Ebenso gibt es ja immer wieder peinliche Ausflüge von Becker in den Medien. Doch ganz so einfach war die Sache dann doch nicht.

Ein Vierteljahrhundert lag zwischen dem vorerst letzten Champions Dinner und dem aktuellen. Damals, 1989, als Becker zum dritten Mal in Wimbledon triumphierte, war Djokovic gerade einmal zwei Jahre alt und Deutschland war noch getrennt. 25 Jahre später darf Becker wieder an diesem Dinner teilnehmen - nun aber als Trainer. Nach einem herausragenden Finale auf dem Grün besiegte sein Schützling schließlich Roger Federer in einem mehr als dramatischen Duell.

Aber war es wirklich Becker, der hier Teilerfolg hat? Ja, war es. Denn dieser hat dafür gesorgt, dass Djokovic immer wieder in seine Fähigkeiten vertraut, nicht verzweifelt, weil es gerade nicht läuft, sondern sich besinnt, um dann zurückzuschlagen. So spielten auch Rückstände keine Rolle mehr, denn der "Djoker" kam selbst zurück. Beckers Aufgabe liegt ohnehin nicht darin, die spielerische Klasse seines Schützlings zu verbessern. Was will man einem Spieler beibringen, der bereits sechs Grand Slam-Titel auf dem Konto hat und Nummer eins der Welt war. Vielmehr ging es um die Arbeit im mentalen Bereich. Denn Becker hat selbst als Spieler solche Situationen durchlaufen müssen. Und von dieser Erfahrung und von diesem Wissen profitiert Djokovic nun. Gleichzeitig sorgt Becker als "Schutzschild", damit sich Djokovic auf das Tennis konzentrieren kann. Mit Erfolg, denn der Serbe hatte zuvor fünf seiner sechs letzten Endspiele verloren. Doch dieses Mal hielten die Nerven. So gut, dass er Becker zum Franz Beckenbauer des Tennissports machte - als Spieler und Trainer in Wimbledon erfolgreich. Doch die Zusammenarbeit endet hier noch lange nicht. Das Duo hat noch weitere Ziele: Die US-Hartplatzserie soll nun in Angriff genommen werden.

Dieser Sieg von Djokovic war sowohl für ihn, als auch für Becker als Trainer sehr wichtig. Zum Einen hat es gezeigt, dass Djokovic wieder auf dem Niveau angekommen ist, auf dem er selbst einmal war. Er ist wieder zurück, er gewinnt wieder Finals, er ist wieder die Nummer ein. Doch der eigentliche Gewinner ist aus meiner Sicht Boris Becker. Dieser Sieg hat gezeigt, dass seine Verpflichtung als Trainer kein mediales Ereignis war, um Aufmerksamkeit zu bekommen, sondern das etwas dahinter steckt. Es hat gezeigt, dass Becker auch als Trainer in der Lage ist, etwas zu reißen, nämlich in dem er seinen Spieler mental festigt. Und dass es wirklich ein Trainerjob ist, den er mit aller Ernsthaftigkeit angeht. Aus meiner Sicht bringt das auch einen Boris Becker nach vorne. Leider gab es in der Vergangenheit immer wieder Auftritte, die das Image der Tennislegende beschädigten, so zum Beispiel der Auftritt bei Oliver Pochers Show und die davor abgehaltene, virtuelle Schlammschlacht. Das hat sehr an Beckers Ruf gekratzt. Dieser Sieg war ein Beispiel dafür, dass der Kerl mehr drauf hat, als irgendwelche nonsense Unterhaltungssendungen mitzumachen, sondern dass er weiterhin auf sportlicher Ebene erfolgreich sein kann. Daher poliert diese Zusammenarbeit, Stand jetzt und aus meiner Sicht, das Ansehen von Boris Becker ein wenig auf. Zudem glaube ich, dass er sich in dieser Position solche Ausflüge in die Peinlichkeit nicht erlauben kann und auch nicht erlauben wird. Und es wäre echt bedauerlich, würde man einen Menschen, der solche Erfolge vorweisen kann, nur auf Grund peinlicher Auftritte in Erinnerung behalten würde. Er war und ist immer noch einer der erfolgreichsten deutschen Sportler. Da bleibt die Frage, ob dieser erfolgreiche Sportler auch ein erfolgreicher Trainer werden kann. Der erste Schritt hierfür ist getan. Der Wimbledon-Sieg von Djokovic war die erste Ernte, die die beiden einfahren konnten. Jetzt gilt es auch die nächsten Früchte zu pflücken.

HBL: Die nächst Runde Chaos

Der Handball wird ja in Deutschland immer wieder an zweiter Position der beliebtesten Ballsportarten, hinter Fußball, aufgelistet. Doch in den letzten Wochen wackelt dieser Platz doch sehr. Immer wieder ist der deutsche Handball in den Medien. Dabei lassen sich aber nur wenige positive Artikel finden.

In einem vorherigen Artikel bin ich ja auf die Thematik um den Bundestrainer eingegangen, die ja auch noch lange nicht beendet ist. Doch vor allem die Geschichte um die Lizenzvergabe des HSV Handball war in den letzten Wochen das Gesprächsthema schlechthin. Dabei hat sich gezeigt, dass die HBL nicht unbedingt ein gutes Händchen bewiesen hat. Aber der Reihe nach.

Wer schlecht wirtschaftet, bekommt keine Lizenz. Zugegeben: Ganz so einfach ist es im Sport dann doch nicht, kann doch ein Club weiterhin unter Auflagen weiterspielen. Da steckt noch einiges mehr dahinter, als nur die bloßen Zahlen über Gewinn, Verlust und Umsatz. Und trotzdem kommt es auf diese Zahlen eben auch an. Denn wenn ein Verein über Jahre hinweg unwirtschaftlich arbeitet, kann er nicht am Spielbetrieb teilnehmen. Dies hat nun den HSV Handball getroffen, der letztes Jahr immerhin die Champions League gewonnen hatte. Martin Schwalb wurde schon als Bundestrainer gesehen, weil er eben verfügbar war. Der Ausverkauf der Stars war eröffnet.
Doch mehr noch: Plötzlich freuten sich zwei andere Mannschaften. Nämlich die HBW Bahlingen-Weilstätten und die HG Saarlouis. Denn beide hätten sich dadurch in der jeweiligen Liga halten können, trotz sportlichem Abstieg. Nun heißt es für Bahlingen runter in Liga zwei und für Saarlouis ab in Liga drei.
Denn: Die Verantwortlichen des HSV wollten den Lizenzentzug nicht auf sich sitzen lassen und gingen in Revision. Bis nun ein Urteil gefällt wurde, welches überrascht. Die Lizenz wird doch wieder vergeben, die Mannschaft darf am Spielbetrieb teilnehmen und muss keinen Neustart in der dritten Liga machen. Frei nach dem Motto "alle guten Dinge sind drei", hat es also im dritten Anlauf mit der Lizenz geklappt. Der HSV Handball bleibt trotz aller Misswirtschaft erstklassig.
Die Fans und die Mannschaft freut dies sicherlich sehr. Doch Bahlingen und Saarlouis haben ihre Entrüstung bereits kund getan. Allerdings steckt aus meiner Sicht (und auch aus der Sicht zahlreicher "Insider") noch etwas anderes dahinter. Es geht um Misswirtschaft. Der Verein hat so viele Schulden angehäuft, dass Gehälter nicht bezahlt worden sind.
Die Frage, die man sich unweigerlich stellt, ist folgende: Was wäre im gleichen Fall, nur mit umgekehrten Vorzeichen passiert? Nehmen wir an, der HSV Handball hätte den Abstieg nicht vermeiden können und die HBW Bahlingen hätte dieses Lizenzverfahren am Hals? Würde ein weniger prominenter Club ebenfalls diese Zustimmung bekommen? Schwer zu sagen, doch gab es bereits andere Vereine, denen dieser Gang nicht erspart blieb.  Ich denke da zum Beispiel an HSG Nordhorn (heute HSG Nordhorn-Lingen), die 2008 nicht nur den EHF-Pokal gewannen, sondern auch den Zwangsabstieg auf Grund gleicher Voraussetzungen nicht vermeiden konnten.
Der Handball in Deutschland steht vor einem kritischen Punkt. Nicht nur die verpassten Qualifikationen und die Thematik um den Bundestrainer setzen der Sportart zu. Auch solche Entscheidungen sorgen dafür, dass der Handball in Deutschland das Gesicht verliert und an Seriosität einbüßt. Es ist nicht leicht hinter dem allgegenwärtigen Fußball im Fernsehen und den anderen Medien Fuß zu fassen. Da muss eben um jeden Cent gekämpft werden. Trotzdem gibt es Spielregeln, an die man sich zu halten hat. Und wenn dann ein prominenter Club davon betroffen ist, dann muss auch er die Konsequenzen tragen.
Auch wenn ich es aus sportlicher Sicht gut finde, dass Hamburg wieder mitmischen darf. Schließlich bringt das Abwechslung und Spannung rein. So sind mit dem THW Kiel, den Rhein-Neckar-Löwen, der SG Flensburg-Handewitt, den Füchsen Berlin und auch dem HSV zahlreiche Vereine in der Bundesliga, die Titelaspiranten sind. Die Spannung hat man nicht zuletzt in der vergangenen Saison gesehen, als nur wenige Tore den Meister ausgemacht haben.
Trotzdem bleibt es dabei, dass diese Vereine auch Wirtschaftsunternehmen sind. Es gilt mit dem Budget bestmöglich haushalten zu können. Und wenn dann Einbußen zu verzeichnen sind, muss man reagieren. Die Rhein-Neckar-Löwen haben das vorgemacht. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.
Ich wünsche mir wirklich, dass der HSV hier die Kurve bekommt. Denn ich will mir nicht vorstellen, was passiert, wenn wir uns in einem Jahr in der gleichen Situation befinden. Dann werden die anderen Clubs nicht nur ein paar Worte dazu sagen, sondern mit Fackeln und Mistgabeln bei der HBL klingeln. Vor allem diejenigen, die wirtschaftlich solide arbeiten und als Konsequenz absteigen müssen. Es wäre wirklich fatal, wenn der Club in einem Jahr sich genau dort befindet, wo er heute steht. Damit wäre die HBL kaum mehr ernst zu nehmen. Das Image des deutschen Handballs steht hier auf dem Spiel.

Doch die Sache geht ja noch weiter. Wie oben erwähnt, hätte Bahlingen nun in die zweite Liga absteigen müssen. Sportlicher Absteiger ist schließlich sportlicher Absteiger. Dieser Satz hat dann aber doch nur eine begrenzte Gültigkeit. Der Verein ging ebenfalls vor Gericht mit der Begründung, man habe fest mit Liga 1 geplant und dementsprechend keine Vorbereitungen für die Unterklassigkeit getroffen. Budget, Spieler, Verträge - alles ist auf die erste Liga ausgerichtet, da der HSV ja bisher keine Lizenz hatte. Also sprach man Bahlingen das Recht zu in der höchsten Liga antreten zu dürfen - ungeachtet, ob der HSV die Lizenz bekommt oder nicht. Nun, Hamburg hat die Lizenz bekommen.
Ja, die Probleme häufen sich jetzt doch sehr. Denn aus vormals 18 Mannschaften wurden nun 19. Wie jeder feststellen kann, ist diese Zahl nicht durch zwei teilbar. Bedeutet, dass eine Mannschaft pro Spieltag spielfrei haben wird. Allerdings geht das noch viel weiter.
Stellen wir uns folgendes Szenario vor: Wir befinden uns beim letzten Spieltag. Zwei Mannschaften können noch Meister werden. Allerdings hat eine der beiden spielfrei. Kann also nicht aus eigener Kraft mitentscheiden, ob sie Meister wird oder nicht. Die Jungs müssen vorm TV sitzen und hoffen, dass sie das irgendwie schaffen. Da hilft dann kein eigenes Tor, sondern nur Daumen drücken und hoffen. Gleiches gilt natürlich auch für den Abstiegskampf. Man nehme nur eine Mannschaft, die auf Platz 15 vor dem letzten Spieltag liegt und damit den nicht-Abstieg vermieden hätte. Jetzt hat diese Mannschaft spielfrei und muss vom Sofa aus zusehen, wie sie auf Rang 16 rutscht und plötzlich doch absteigt - auch ohne eigenes Zutun und ohne die Möglichkeit einzugreifen. Man könnte nun sagen, dass man dann eben am letzten Spieltag einer Mannschaft freigibt, die weder Meister machen kann, noch ein Abstiegskandidat ist. Kann man aber nicht. Denn wer kann schon behaupten, wie sich die Saison entwickelt. Plötzlich ist eine Überraschungsmannschaft, die vorher hierfür in Frage gekommen wäre, ein Titelkandidat. Im Sport kann sehr viel unvorhergesehenes passieren.
Aber wir das Ende der Fahnenstange ist ja noch nicht einmal in Sichtweite. Denn wir haben bisher ja noch gar nicht die Champions League betrachtet. Für diese wurde zur Saison 2015/16 eine neue Reform beschlossen - mehr Teams sollen an den Start gehen. Und mehr Teams bedeutet auch gleichzeitig mehr Spiele. Bis zu dieser Saison braucht eine Mannschaft um den Pokal zu holen 16 Spiele: 10 in der Vorrunde (6er Gruppe, Hin- und Rückspiel), je zwei im Achtel- und Viertelfinale (Hin- und Rückspiel), dann noch eines im Halbfinale und das Finale selbst. Ab 2015/16 kann es durchaus vorkommen, dass eine Mannschaft 22 Spiele dafür braucht. Das sind mal eben 6 Spiele mehr. Addiert man die zwei zusätzlichen aus der Bundesliga dazu, müsste eine deutsche Mannschaft in der Champions League 8 Spiele mehr als bisher bestreiten. Da sind dann die Spiele bei der Nationalmannschaft, egal ob WM, EM oder Freundschaftsspiel, nicht mit eingerechnet.
Und es ist ja nicht so, als wäre die Diskussion mit der Belastung im Handball neu. Seit Jahren wird darüber nun diskutiert - aber scheinbar ändert sich nichts. Als kleine Anmerkung: Bei einer WM spielt eine Mannschaft in der Vorrunde fünf Spiele in sieben Tagen. Da ist nicht viel mit Pause, wie im Fußball. Aber die HBL stockt nun auf 19 Vereine auf. Allerdings sind wir immer noch nicht am Ende. Denn die Frage, wie das ab der übernächsten Saison aussieht, ist noch gar nicht geklärt: Wie viele Mannschaften werden dann in der ersten Liga spielen? Reduziert man wieder auf 18? Wenn ja, wie? Erhöht man vielleicht sogar auf 20 und sorgt dann dafür, dass es wieder zwei Spiele mehr pro Saison werden? Und wie geht es eigentlich mit dem HSV weiter?

Für mich ist das eine sehr bedenkliche und auch fragwürdige Entwicklung. Der Handball hat momentan große Probleme in Deutschland. Doch man selbst muss sich das Leben unnötig schwer machen. Es grenzt schon fast an Willkür, was die Herren dort veranstalten. Allein das Hickhack um die Lizenz hat einen Schatten über den Handball geworfen. Dann weitere Spiele, bei denen noch unklar ist, wie man die unterbringen soll, weil ja der Spielplan für 18 Mannschaften schon entworfen worden ist. Ebenso die Frage, wie es nach dieser Saison weiter geht. Das sind alles Dinge, die man hätte vermeiden müssen. Wenn ein Club vier bis fünf Millionen an Schulden hat (manch ein Bundesligist hat solch einen Etat für eine ganze Spielzeit nicht), und die nur tilgen kann, weil ein Gönner wieder Geld in den Verein pumpt, dann läuft da was falsch. Es gibt Auflagen, die zu erfüllen sind. Beim HSV war dies nicht der Fall. Also wäre der Abstieg die logische Konsequenz gewesen. Da hätte es gar keine andere Alternative geben dürfen. Dann wäre auch die Situation mit den 19 Clubs nicht entstanden, sowie die Probleme, die danach auftauchen. Ich weiß, dass es der Handball in Deutschland nicht leicht hat. Aber das heißt noch lange nicht, dass aus Regeln eher Richtlinien werden, an die man sich halten kann, wenn es denn gerade passt. Und ich rede hier nur von der Bundesliga. Was die Champions League betrifft ist das noch einmal ein ganz anderes Thema, welches aber auch nicht gerade glücklich zu werden scheint. Ich würde mir echt Leute in verantwortlichen Positionen wünschen, die da endlich mal das Geschäft wieder zum Laufen bringen. Da fehlt es doch auch irgendwo am Blick für die Zukunft. Nächstes Jahr um die Zeit müssen Probleme gelöst werden, die die letzten Wochen entstanden sind, aber nicht hätten entstehen müssen. Und ich bezweifel, dass sich der deutsche Handball da schadlos aus der Affäre ziehen kann. Die HBL steht kurz davor sich lächerlich zu machen, wenn sie dies mit dem Urteil über den HSV nicht bereits getan hat. Es kann nicht sein, dass Vereine bei gleicher (oder vergleichbarer) Situation unterschiedlich behandelt werden. Und wir reden hier nicht vom Spiel, sondern von den äußeren Bedingungen.
Ich hoffe wirklich und würde es dem deutschen Handball wünschen, dass sich diese Situation bestmöglich auflösen lässt. Es wäre wirklich sehr schade, wenn das Image dieser Ballsportart derart beschädigt wird, dass sie aus den Medien verschwindet. Ich würde mir wünschen, dass das auch die Verantwortlichen sehen und entsprechende Reaktion zeigen. Und dass diese grauenhafte Situation, die wir im Moment haben, endlich überwunden wird. Es ist echt erschreckend zu sehen, wie sich der Sport vom WM-Titel 2007 bis heute entwickelt hat. Nach einem Hoch folgte nun den brutalsten Abstieg den man sich vorstellen kann. Hoffentlich folgen danach auch wieder Höhen.

Samstag, 5. Juli 2014

WM 2014: Spieltag vom 05: Juli (Viertelfinale)

Die letzten beiden Halbfinalisten sollen gesucht werden. Setzt sich Geheimfavorit Belgien gegen Messi und seine Argentinier durch? Und gelingt der Überraschungsmannschaft aus Costa Rica die nächste Überraschung gegen die Niederländer?

Viertelfinale 3: Argentinien - Belgien 1:0
Beide Mannschaften begannen sehr offensiv, was doch eher überraschend war. Doch dadurch erzielte Argentinien auch die frühe Führung durch Higuain. Erst nach 15 Minuten wurde Belgien das erste Mal gefährlich. Die Südamerikaner schienen mit der Führung zufrieden zu sein und ließen die Belgier erst einmal das Spiel machen. Die wiederum fanden aber keinen Weg durch die gegnerischen Abwehrreihen. De Bruyne versuchte es mit einem Fernschuss, der aber entschärft wurde. Nach 30 Minuten Spielzeit war das Spiel in etwa ausgeglichen. Argentinien hatte allerdings die klareren Chancen. Dann folgte aber der Schockmoment, als di Maria verletzt ausgewechselt werden musste, was für Argentinien eine kleine Schwächung bedeuten könnte, sollte er nicht fit werden. Danach passierte aber nichts mehr Nennenswertes, sodass es mit der 1:0 Führung in die Halbzeit ging.
Nach Anpfiff plätscherte die Partie ohne Ereignisse vor sich hin. Nach einer Stunde Spielzeit hatte Belgien erneut eine Chance und drängte kurz auf den Ausgleich hin. Der zwar durchaus gerecht gewesen wäre, aber nicht fiel. Danach passierte wieder wenig. Belgien fand keinen Weg, Argentinien schaute zu. Erst in den letzten Minuten wurde es nochmals gefährlich, als Belgien eine Chance nach der anderen hatte. Allerdings fand kein Ball den Weg ins Tor. Damit zieht Argentinien auch in der Höhe verdient ins Halbfinale ein.
Die Südamerikaner haben nicht mehr gemacht, als sie mussten. Belgien war zwar Geheimfavorit, konnte aber nicht alles zeigen. Das Team hat nur wenige Minuten, in denen es sein Können zeigt. Zu wenig, um in die nächste Runde einziehen zu können. Das Potential blitzt stellenweise durch, aber auch nicht immer überzeugend. Trotzdem hat Marc Wilmots eine Mannschaft, mit der auch in Zukunft zu rechnen wird.
Argentinien zieht nicht glanzvoll weiter, dafür aber kontrolliert. Belgien fand keinen Weg nach vorne. Also ließen die Südamerikaner das Spiel einfach laufen. So wurden Kräfte und Energie für das Halbfinale geschont. Der Sieg auch in der Höhe verdient, weil der Gegner auch nicht immer mitspielen wollte. Wurde es gefährlich, stand die Defensive aber kompakt und hielt die Null.

Viertelfinale 4: Costa Rica - Niederlande 3:5 n.E.
Die Niederlänger begannen schnell und wollten recht früh die Führung erzielen. Diese machten dann auch im weiteren Spielverlauf das Tempo, während Costa Rica auf Konter wartete. Und es waren dann auch die Oranjes, die die erste hochkarätige Chance in der 22. Minute hatten. Doch Navas hielt den Kasten sauber. Keine sechs Minuten dann die nächste große Chance für die Europäer. Doch wieder war Navas zur Stelle, der wiederum den Konterversuch einleitete. Dieser blieb aber auf Grund eines Handspiels ungenutzt. Die Niederländer im Anschluss daran wieder mit einem Ballbesitzspiel im Mittelfeld. Doch auch Costa Rica hatte durch einen Freistoß in der 35. Minute die erste Torchance. Allerdings machte Holland immer wieder Druck. Die nächste Chance folgte in der 39. Minute, als Sneijder mit einem Freistoß, an wem sonst, an Navas scheiterte.
Was sich in der ersten Hälfte andeutete, zeigte sich auch in Hälfte zwei. Die Niederlande mit den ersten Chancen. Doch Costa Rica noch lange nicht aus dem Spiel. Pech für die Mittelamerikaner, als es in der 60. Minute keinen Elfmeter gab. Danach versuchten beide Mannschaften immer wieder Nadelstiche zu setzen. Die klarste Chance hatte im Verlauf Holland, als Sneijder einen Freistoß knapp an den Pfosten setzte. Navas wäre nicht mehr heran gekommen. Glück für Costa Rica und Pech für die Niederlande dann in der 93. Minute, als alle Spieler eine Hereingabe verpassen, es aber nicht schaffen den Ball hinter die Linie zu bringen. Das wäre die Entscheidung gewesen, doch irgendwie bekommt Costa Rica das Ding weg. Das war dann zugleich auch die letzte Aktion, bevor es in die Verlängerung ging.
Nach Wiederanpfiff wurden nun die Chancen deutlicher. Doch keine Mannschaft konnte in der ersten Hälfte der Verlängerung den Lucky Punch setzen. Nachdem die Niederländer erneut das Tempo machten, kam Costa Rica gegen Ende zurück. Die Oranjes doch ein wenig nachlässig in der Defensivarbeit. Und plötzlich hatten die Mittelamerikaner die Führung auf dem Fuß und drängten weiterhin auf das Siegtor.  Nur wenige Minuten später hatten dann wieder die Niederländer die Führung auf dem Fuß. Das Spiel ging nun hin und her. Keine der Mannschaften wollten in das Elfmeterschießen gehen. Doch dies ließ sich dann doch nicht mehr vermeiden und so ging er für Costa Rica erneut in die finale Entscheidung.
Und die Frage war: Würden die Jungs erneut so treffsicher sein und für die Überraschung schlechthin sorgen? Die Fans im Stadion waren schon längst fast ausschließlich auf den Seiten der Mittelamerikaner. Borges machte den Anfang und verwandelte erneut, wie schon gegen Griechenland. Für die Niederländer trat van Persie an, der ebenfalls den Treffer versenkte. Als nächstes folgte Ruiz, der Kapitän, der dann aber an Krul, der erst kurz vor Abpfiff eingewechselt wurde, scheiterte. Im Gegenzug traf Robben für die Oranjes. Gonzales gegen Krul lautete das nächste Duell, welches der Costa Ricaner für sich entscheiden konnte. Dann traten sich Navas und Sneijder gegenüber, doch auch diesen Elfmeter verwandeln die Niederländer souverän. Bolanos gegen Krul und erneut ein Treffer für Costa Rica. Für die muss nun Navas einen Elfmeter halten, damit die Mannschaft noch Chancen auf die nächsten Runde hatte. Doch Kuyt verwandelte ebenso sicher, wie seine Vorgänger. Damit hatten die Niederländer den entscheidenden Vorteil auf dem Fuß. Erneut trat Umana als fünfter an, wie schon gegen Griechenland, doch dieses Mal scheiterte. Damit sind die Oranjes im Halbfinale.
Costa Rica verabschiedet als vermutlich die Sensation dieser WM. Bis ins Viertelfinale vorgedrungen und dort nur knapp an den Niederlanden gescheitert. Die Mannschaft hatte vermutlich nicht den ansehlichsten Fußball gespielt, dafür aber mit Herz und Leidenschaft. Dies zeigte sich auch dahingehend, dass das Publikum beim heutigen Spiel auf der Seite der Mittelamerikaner stand. Die Sensation war schon fast perfekt, doch im Elfmeterschießen war dann Ende.
Die Niederländer hingegen ziehen in das Halbfinale ein. Nicht souverän, wie man es gegen Costa Rica erwartet hätte. Das vermeintlich leichteste Duell im Viertelfinale ging schließlich ins Elfmeterschießen. Nun wartet Argentinien. Sicherlich war es eine taktische Meisterleistung von van Gaal. Doch dies ist kein Mittel, um 100%ige Siege zu generieren. Gegen die Südamerikaner um Messi muss da mehr her, ansonsten wird es schwer das Finale zu erreichen.
Leider gab es im Elfmeterschießen dann doch noch unschöne Szenen, als der niederländische Torhüter Krul vor dem Duell mit Bolanos diesen verunsichern wollte. Der Schiedsrichter hätte hier doch reagieren und das ganze unterbinden müssen. Sicherlich: Der Schütze hatte getroffen. Doch mit fairplay hat das nichts zu tun.

Freitag, 4. Juli 2014

WM 2014: Spieltag vom 4. Juli (Viertelfinale)

Es geht in die Endphase zu. Vier Tickets sind für die nächste Runde noch zu haben. Deutschland möchte sich im europäischen Duell gegen Frankreich durchsetzen. Derweil plant Kolumbien die Überraschung im südamerikanischen Duell gegen Gastgeber Brasilien. Es wird spannend.

Viertelfinale 1: Frankreich - Deutschland 0:1
Das Spiel begann sehr ruhig. Allerdings hatte Deutschland von Beginn an mehr Ballkontakte. Doch auch Frankreich strömte immer wieder Gefahr nach vorne aus. Trotzdem war die Führung in der 13. Minute für Deutschland verdient. Eine Freißstoßflanke von Kroos findet in Hummels einen abnehmer, der einnetzte. Frankreich versuchte danach zu Antworten, doch die deutsche Abwehr um Rechtsverteidiger Philipp Lahm stand souverän und hatte keine Probleme, wie noch gegen Algerien. Der Wechsel von Lahm hatte sich absolut gelohnt. Der deutschen Mannschaft fiel aber nicht viel ein, um noch ein zweites Tor hinterher zu schießen. Heikel wurde es, als Klose im Strafraum zu Fall gebracht wurde. Hätte Elfmeter geben können. Doch der Pfiff blieb aus. Nach und nach wagte sich auch Frankreich immer mehr nach vorne und kam zu Chancen. Diese konnten allerdings nicht genutzt werden. So ging ein wenig hochklassiges Spiel in die Pause mit einer verdienten deutschen Führung.
Die wackelte allerdings schon gleich zu Beginn der zweiten Hälfte, als Frankreich besser ins Spiel fand. Mehrere Chancen konnte Abwehr und Towart gerade so vereiteln. Den Deutschen fehlte es hingegen stellenweise an Ambitionen, Ideen und Tempo. Es glich mehr Standfußball, als dem Willen noch ein Tor schießen zu wollen. Frankreich wurde indes stärker und hätte mittlerweile den Ausgleich verdient gehabt. Die deutsche Führung wackelte. Dann wurde Özil, der heute total blass blieb und keine Akzente setzen konnte ausgewechselt. Ebenso kam Schürrle für Klose. Vor allem er hätte erneut treffen können, machte aber den Ball nicht rein. Dadurch kamen die Franzosen noch einmal zu Chancen. Mittlerweile tendierte auch der Schiedsrichter eher in Richtung Frankreich, weswegen es Deutschland noch ein wenig schwerer hatte. Am Ende stand die Defensive aber, die Null blieb stehen und Deutschland zog verdient ins Achtelfinale.
Zu den Franzosen sei zu sagen, dass ihnen aus meiner Sicht die Wiedergutmachung für 2010 gelungen ist. Deschamps hat ein Team aufgebaut, welches auch für die EM 2016 im eigenen Land gerüstet ist und Chancen hat.
Deutschland spielte erneut keinen schönen, aber einen effektiven Fußball. Vor allem Lahm überzeugte als Rechtsverteidiger und muss die weiteren Spiele dort bestreiten. Aber auch Hummels war heute zu Recht Spieler des Spiels. Insgesamt war die Abwehrleistung sehr stark. Doch auch die Mannschaft an sich präsentierte sich als Einheit. Jeder machte den Schritt für den Nächsten. Daher konnten sie auch die Führung über die Zeit bringen. Und darauf kommt es auch an. Hinten sicher stehen. Einzig die Chancen nach vorne müssten mehr und besser genutzt werden. Ebenso fehlen mir immer wieder geniale und überraschende, aber auch kreative Aktionen nach vorne. Das Spiel wirkt teilweise zu statisch. Vor allem ein zweites Tor hätte viel Sicherheit gegeben. Trotzdem hat die Mannschaft das Halbfinale zum dritten Mal in Folge erreicht. Nun wartet Kolumbien oder Brasilien. Chancenlos ist Deutschland bei weitem nicht. Noch zwei Spiele und die Mission "Weltmeistertitel" wäre erfolgreich.

Viertelfinale 2: Brasilien - Kolumbien 2:1
Vor allem Brasilien begann offensiv. Und gleich in der 7. Spielminute erfolgte bereits die Fürhung für den Gastgeber durch Thiago Silva nach einem Eckball. Doch nur wenige Minuten später hätte Cuadrado den Ausgleich herstellen können. Allerdings wurde der Ball zu einer Ecke entschärft. Danach wagten sich beide Mannschaften mal mehr, mal weniger weit in die jeweils gegnerische Hälfte. Dabei konnte der Gastgeber aber die besseren Chancen vorweisen. Doch immer wieder war Hospina zur Stelle und hielt den Kasten "sauber". Kolumbien hingegen hat bisher noch keinen Weg durch die gegnerischen Abwehrreihen gefunden. Nach gut 20 Minuten entstand aber eine Konterchance für Kolumbien. Ein unsauberer Pass verhinderte aber den Ausgleich. Das Spiel hat an Fahrt aufgenommen und wechselte hin und her. Kolumbien nicht chancenlos, aber leider zu ideenlos. Dies lag aber auch sicher daran, dass Brasilien Superstar James Rodriguez bisher gut aus dem Spiel nahm. Brasilien dagegen drängte auf einen Ausbau der Führung. Doch nicht jeder Pass war sauber gespielt und fand den Mann. Auf der anderen Seite Kolumbien noch zu zurückhaltend. Auch über Standarts kam bisher zu wenig. Und so ging es dann auch mit der 1:0 Führung für Brasilien in die Halbzeit. Auf der einen Seite verdient. Auf der anderen Seite ist das aber noch nicht souverän und Kolumbien war auch noch nicht aus dem Spiel.
Auch in der zweiten Hälfte begann Brasilien offensiv. Das Spiel war, wie in Halbzeit eins, von beiden Seiten aus von einer gewissen Leidenschaft geprägt, die zu überdurchschnittlich vielen, aber nicht bösartigen Fouls führte. Trotzdem verzichtete der Schiedsrichter auf Karten und gab lediglich Freistöße. Dann gab es aber doch gelb und zwar für Kapitän Thiago Silva, der den Abstoß verhindern wollte. Da dies seine zweite Karte im Turnier war, bedeutet dies eine Sperre im Halbfinale - völlig unnötig und unüberlegt. Danach stellte auch der Schiedsrichter fest, dass er diese Härte im Spiel ahnden musste und gab auch Kolumbien gelb. Den anschließenden Freistoß nutzte David Luiz zu einem Tor der Markte "Traumtor" oder "absolute Weltklasse". Aus zig Metern ballert er das Ding in die Maschen. Unfassbares Tor! Das zweite Tor eines Innenverteidigers an diesem Tag - das sagte alles über das Spiel der Brasilianer aus. Kolumbien hatte weiterhin keine Ideen, um noch den Anschlusstreffer herstellen zu können. Erst in der 78. Minute bekam Kolumbien die Chance. Baca wird im Strafraum von Caesar gefällt. Folgerichtig gab der Schiedsrichter Elfmeter und gelb für den Torhüter. Diese Chance ließ sich James nicht nehmen und verkürzte. Dieses Tor wiederum beflügelte Kolumbien. Wenige Sekunden später stand Baca im Abseits, was den Ausgleich nur knapp verhinderte. Brasilien dagegen verstärkte nun die Defensive. Hulk verließ den Platz für den defensiven Ramires. Dann ein Schockmoment für ganz Brasilien: Neymar wird inder 87. Minute gefoult und muss vom Platz getragen werden. Wenige Minuten vor Abpfiff drängte Kolumbien mehr denn je auf den Ausgleich. Brasilien mit allen Mann hinten drin und trotzdem gibt es Applaus für Bälle, die ins Jenseits geschlagen werden. Doch am Ende war es zu wenig. Brasilien zieht damit ins Halbfinale gegen Deutschland ein.
Mit Kolumbien verabschiedet sich eine sympathische Mannschaft, die Spaß gemacht hat bei diesem Turnier. Vor allem James Rodriguez hat auf sich aufmerksam gemacht und angedeutet, dass er ein richtig guter Spieler werden kann. Doch auch das Kollektiv hat sich sehr gut verkauft. Sie waren beinahe an der Sensation dran. Doch am Ende war es leider zu wenig. Eine Mannschaft, die Potential hat, verabschiedet sich aus dem Turnier.
Brasilien hingegen kommt ins Halbfinale. Nicht unbedingt souverän, aber effektiv. Sie haben gezeigt, dass sie verwundbar sind. Im Halbfinale wird Thiago Silva fehlen. Eventuell auch Neymar. Aus meiner Sicht eine Partie auf Augenhöhe. Sowohl Deutschland, als auch Brasilien kann ins Finale einziehen. Vielleicht ist Deutschland einen Tacken vorn, weil der Druck nicht so groß ist. Trotzdem ist die Partie offen.
Eine rührende Szene gab es noch am Ende der Partie. James Rodriguez, der Tränen überströmt auf dem Platz herumgeisterte, wird von David Luiz sekundenlang in den Arm genommen und bekommt Mut zugesprochen. Das sind Szenen, die man im Sport sehen will! Daumen nach oben!

Mittwoch, 2. Juli 2014

WM 2014: Spieltag vom 1. Juli (Achtelfinale)

Die letzten beiden Partien in der Achtelfinalrunde standen an. Und auch an diesem Spieltag sollte sich zeigen, wie spannend die KO-Phase sein kann.

Achtelfinale 7: Argentinien - Schweiz 1:0 n.V.
Die Argentinier zu Beginn die spielbestimmende Mannschaft. Mit fast 70% Ballbesitz hatten sie die Eidgenossen im Griff, fanden aber trotzdem keinen Weg durch die Abwehrreihen. Nach und nach gingen die Spieler mehr Risiken ein, sodass auch die Schweizer Strafraumszenen hatten. Trotzdem blieben die Südamerikaner die tongebende Mannschaft, die keine Idee hatte, die Schweizer zu überwinden. Und wenn, dann war wieder einmal Benaglio zur Stelle.
In der zweiten Hälfte hörte dann das Taktieren auf. Die Strafraumszenen selbst nahmen allerdings kaum zu. So endete auch diese Hälfte torlos.
Es folgte erneut eine Partie, die in der Verlängerung entschieden werden sollte. Vor allem Benaglio mauerte sich mehr und mehr zum Spieler des Spiels, entschärfte ein Schuss nach dem anderen. Doch Argentinien konnte den Druck nicht dauerhaft oben halten. Beide Mannschaften waren schon fast mit den Gedanken beim Elfmeter Schießen, als di Maria nach Vorlage von Messi zwei Minuten vor dem regulären Ende einnetzte. Die Eidgenossen in Folge dessen warfen noch einmal alles nach vorne. Dzemailis hatte Pech, dass sein Ball nur knapp am Pfosten vorbei ging. Am Ende scheiterte Shaqirir mit einem Freistoß.
Argentinien glücklich weiter. Die Eidgenossen waren durchaus an der Sensation dran. Am Ende haben sich dann, wie bei Argentinien in diesem Turnier üblich, die Individualisten durchgesetzt. Souverän war diese Leistung aber nicht.


Achtelfinale 8: Belgien - USA 2:1
Die Partie begann recht furios. Bereits in der ersten Minute kam Belgien zu ersten Chance, die Torhüter Howard gerade so entschäften konnte. Und das Team von Marc Wilmots setzte gleich nach. Der zweite Angriff folgte wenige Sekunden später. Doch die US-Boys sortierten sich danach erst einmal und suchte ebenfalls den Weg nach vorne und hatten gegen 20 Minuten auch das Chancenplus. Belgien steckte aber nicht zurück und hätte wenige Minuten danach durch de Bruyne in Führung gehen können. Beide Mannschaften suchten immer wieder den Weg in die Offensive und kamen immer wieder zur Chancen. Es war ein Spiel auf Augenhöhe, bei dem lediglich die Effektivität im Abschluss fehlte. So ging es mit einem torlosen Remis in die Halbzeit.
In der zweiten Hälfte erwischten die Belgier den besseren Beginn. Nach 10 Minuten war es erneut eine gute Chance für die Europäer, die aber erneut nicht verwertet werden konnte. Keine drei Minuten später hatten die Belgier eine Chance, die aber an die Latte ging. Die Europäer erhöhten das Tempo und drängten regelrecht auf die Führung. Doch der stand bisher immer Torhüter Howard im Weg. Aber fast im Gegenzug hatten die Jungs von Klinsi die Möglichkeit selbst in Führung gehen zu können. Die Partei nach über 60 Minuten nicht nur auf Augenhöhe, sondern auch mehr oder weniger ausgeglichen. Man merkte, dass beide Mannschaften hier die Partie nach 90 Minuten beenden wollten und nicht die Verlängerung anstrebten. Immer wieder kam es zu hochklassigen Chancen, die aber allesamt den Weg ins Tor nicht fanden. Vor allem Belgien hatte gegen Ende die besseren Chancen, fanden aber in Howard ihren Meister. Da der Lucky Punch ausblieb, ging auch dieses Spiel in die Verlängerung.
Kaum waren 120 Sekunden gespielt, netzte de Bruyne auch schon zum 1:0 für Belgien ein. Allerdings antworteten die US-Boys eher verhalten. Stattdessen setzte Belgien immer wieder Nadelstiche. Folglich war auch das zweite Tor nur eine Frage der Zeit. Kurz vor Abpfiff der ersten Hälfte netzte Lukaku ein, dessen Einwechslung sich mit der Vorlage beim 1:0 und dem selbst erzielten 2:0, schon gelohnt hatte.
Allerdings hat sich die USA noch nicht abgeschrieben. Der eingewechselte Julien Green vom FC Bayern München erzielten nach weniger als zwei Minuten den Ausgleichstreffer. Die machen wiederum so weiter, wie sie begonnen haben. Wenige Spielzüge später hatte Jones den Ausgleich auf dem Fuß. Die USA war nun offensiv ausgerichtet und bot den Belgiern Kontermöglichkeiten. Trotzdem waren die Amerikaner dem Ausgleich sehr nahe, als Dempsey ihn schon auf dem Fuß hatte, die Chance aber nicht nutzen konnte. Auch wenn der Ausgleich nach der Verlängerung verdient gewesen wäre, wollte er einfach nicht fallen. Somit scheiden die Jungs von Jürgen Klinsmann ein wenig unglücklich aus.
Am Ende konnte Belgien mehr aus den Chancen machen und zieht ins Viertelfinale ein. Durchaus verdient, wenngleich man sagen muss, dass es beide Mannschaften verdient gehabt hätten.
Nun geht es für die Belgier also gegen Argentinien. Im Viertelfinale sind sie sicherlich nicht chancenlos. Da kann die Überraschung gewinnen. Vor allem das Zusammenspiel zwischen de Bruyne und Lukaku konnte doch überzeugen. Dazu kommt eine unglaubliche physische Präsenz, sowie eine Leidenschaft, die solche Ergebnisse erzwingen können.
Die USA hingegen können sich auch als kleiner Gewinner sehen. Klinsmann baut da wirklich etwas Tolles auf. Das zeigt auch, wie das Land hinter dieser Mannschaft steht. Sein Ziel, die Mannschaft irgendwann ins Halbfinale zu führen, ist nicht ganz unrealistisch.

Damit wären die Achtelfinalbegegnungen beendet. Es war zu sehen, dass die Mannschaften doch nahe beieinander liegen und es kein Kanonenfutter gab. Ebenso, dass nur zwei Spiele nach der regulären Spielzeit beendet wurden. Im Viertelfinale erwarten uns spannende Partien, bei denen es bestimmt noch zur einen oder anderen Überraschung kommen wird.

Montag, 30. Juni 2014

WM 2014: Spieltag vom 30. Juni (Achtelfinale)

Frankreich wollte gegen Nigeria seiner Favoritenrolle gerecht werden. Derweil möchte das deutsche Team den nächsten Schritt in Richtung "Mission Titelgewinn" machen. Die KO-Runde kennt kein Erbarmen.

Achtelfinale 5: Frankreich - Nigeria 2:0
Am Ende war es dann doch knapper, als viele vermutet hätten. Denn das Spiel machte zunächst Nigeria. Frankreich zeigte plötzlich ein anderes Gesicht, als noch gegen Honduras und die Schweiz. Auch wenn die Partie temporeich begann, gab es trotzdem keine Strafraumszenen. Es fehlte schlichtweg an Präzision, was den letzten Pass angeht. Erst in der 20. Minute hatte Pogba nach einer sehenswerten Aktion den ersten Torschuss für Frankreich, den aber Enyeama entschärfte. Im Anschluss daran suchten beide Mannschaften den Weg nach vorne, allerdings nicht mit Vollgas. Doch Frankreich bekam mehr und mehr die Partie in den Griff, war aber dennoch nicht zwingend genug. So ging es torlos in die Halbzeitpause.
Die zweite Hälfte begann eher verlegen. Erst in der 70. Minute hatte Benzema die Führung auf dem Fuß, vergab aber. Nigeria bekam immer mehr Probleme. So war es nur eine Frage der Zeit, bis Frankreich schließlich durch Pogba in der 79. Minute in Führung ging. Die Afrikaner hingegen schienen geschlagen. Schließlich erhöhte Frankreich in der Nachspielzeit gar auf 2:0, wodurch die Partie endgültig entschieden war.
Nigeria präsentierte sich erstaunlich gut und hat sich im Achtelfinale gut verkauft. Sie haben gezeigt, dass in der KO-Runde die Teams noch näher zusammenrücken und dass Weltranglistenplatz keine Bedeutung hat. Trotzdem geht der Sieg für Frankreich in Ordnung, da sie einfach die zwingenderen Chancen hatten. Allerdings fehlte es auch hier noch ein wenig. Wie ein Topfavorit hat sich das Team von Didier Deschamps noch nicht präsentiert. Allerdings muss man auch sagen, dass der Druck auf jeder Mannschaft nun enorm hoch ist, da eine Niederlage das Aus bedeutet. Daher darf man Frankreich, das nach dem Debakel von 2010 auf Wiedergutmachung aus ist, durchaus als einen der Kandidaten zählen, die etwas reißen könnten.

Achtelfinale 6: Deutschland - Algerien 2:1 n.V.
Das deutsche Team wollte zeigen, dass es zu Recht zu den Favoriten dieses Turnieres gehört. Und so trat die Mannschaft zuächst auch auf, als der Ballbesitz fast ausschließlich in deutschem Besitz war. Was allerdings den Algeriern in die Karten spielte, die wiederum auf Konter lauerten und auch zu Chancen kamen. Mit fortschreitendem Spiel kamen aber die Afrikaner näher an das gegnerische Tor und waren stellenweise der Führung näher als die DFB-Elf. Nach vorne ging bei der Elf von Löw recht wenig und auch die Defensive wirkte alles andere als souverän. Daher ging es mit einem aus deutscher Sicht recht enttäuschenden 0:0 in die Halbzeit. Die erste Hälfte war vermutlich die schlechteste der deutschen Mannschaft in diesem Turnier.
Dies sollte sich für die zweite Halbzeit ändern, als Schürrle für Götze ins Spiel kam. Doch nennenswerte Aktionen waren mangelware. Die Algerier waren perfekt auf das deutsche Spiel eingestellt, welches sich als sehr unflexibel präsentierte. Es gab kaum zündende Ideen nach vorne. Das Spiel verlachte zunehmendst. So ging es dann überraschend in die Verlängerung.
Der Führungstreffer durch Schürrle fiel schon recht früh. Algerien attackierte nun früher. So kam die deutsche Mannschaft zu Konterchancen. Trotzdem blieb die Führung in Gefahr. Erst kurz vor Ende wurde es nochmals gefährlich, als zunächst Kramer eine gute Chance vergab, ehe Özil das erlösende 2:0 erzielte. Mehr als den Ausgleichstreffer konnte Algerien dann nicht mehr erzielen.
Der Protest in Deutschland selbst könnte nicht größer ausfallen. Keine Ideen, kein Tempo, nicht flexibel genug. Kurzum eine fürchterliche Partie. Allerdings sind wir eine Runde weiter und nur das zählt. Aus meiner Sicht kann Deutschland die restlichen Spiele genau so unattraktiv spielen, wenn sie den WM-Titel holen. Sicherlich darf es nicht der Anspruch der Mannschaft sein, solche Spiele abzuliefern. Vor allem das System hängt doch sehr. Man muss auf die Gegner reagieren können. Genau das fehlte mir beim Spiel gegen Algerien. Ebenso störten mich die ständigen Ausflüge von Manuel Neuer ins Halbfeld. Der Torhüter hat dort nichts zu suchen und ich kann mich der Begeisterung vieler nicht anschließen. Das ist Harakiri. Ruckzuck geht die Aktion schief. Dann fliegt er entweder mit rot vom Platz oder der Gegner macht ein Tor. Ich weiß, dass dies die Spielweise von Neuer ist. Aber da sollte er sich doch ein wenig zurückhalten.
Ansonsten muss man dann abwarten. Das Spiel gegen Frankreich wird unter anderen Vorzeichen stehen. Die Franzosen werden nicht so defensiv und zum Teil auch destruktiv agieren, als noch die Algerier. Daher sollte man das nicht überbewerten. Wichtig ist, dass wir ins Viertelfinale gekommen sind. Es bringt nichts, wenn wir Spiele abliefern, bei denen wir den Gegner mit 4:0, 5:0, 6:0 auf den Schutt fahren, im Halbfinale dann aber die Segel streichen müssen. Wie gesagt: Die Spielweise von diesem Spiel darf nicht zur Angewohnheit werden. Trotzdem muss man sich immer wieder das Ziel vor Augen halten.
Am Ende muss man aber auch den Algeriern Respekt zollen. Die Mannschaft hat bewiesen, wie eng es im Achtelfinale zugeht. Die Mannschaft hatte stellenweise eher die Führung verdient gehabt, als die deutsche Elf. Die Algerier haben sich gut geschlagen. Am Ende hat es dann doch nicht gereicht. Zum Glück für uns.